Schächte
Schächte sind bei der Inspektion, für die Reinigung und für die Belüftung erforderlich.
Sie werden außerdem erforderlich bei Richtungsänderungen der Trasse, bei Vereinigung
mehrerer Sammler, bei Gefällewechsel, bei Wechsel des Rohrquerschnittes und bei Wechsel
des Rohrmaterials.
Der Schachtabstand ist von der Örtlichkeit, dem Zweck und den zur Verfügung stehenden
Reinigungsgeräten abhängig. Er beträgt zwischen 50 und 8o Metern, kann aber bei den
heutigen Inspektions- und Reinigungsgeräten auch erheblich größer gewählt werden. Zur
Kosteneinsparung werden etwa 200 m als Obergrenze genannt. Oberhalb dieses Abstandes kann
ein Kamerawagen kaum noch eingesetzt werden, weil unter der Last des Kabels zur
Energieversorgung und Bildübertragung der Wagenantrieb durchrutscht. Durch Einsatz
leichterer Kabel (z.B. Lichtwellenleiter, Glasfaserkabel) dürfte es in Zukunft aber möglich
sein, auch noch größere Schachtabstände zu durchfahren, wenn nicht andere Gründe doch
geringere Abstände erfordern. Ein wichtiger Grund ist die Belüftung der Haltung wegen der
Gefahr der biogenen Betonkorrosion.
Die Schachtabdeckungen sind je nach Verkehrsbelastung in verschiedenen Klassen ausgelegt:
A: Grünflächen und gelegentlich begangene Verkehrsflächen
B: Gehwege und ähnliche Flächen, Parkhausflächen
D: Verkehrsflächen, Straßen, Parkplätze
E: nicht öffentliche Verkehrsflächen mit besonders hohen Radlasten
F: Flugplätze
Die Anforderungen an die Schächte sind grundsätzlich die gleichen wie bei den Rohrleitungen.
Im einzelnen besteht ein Schachtbauwerk, von der Sohle nach oben betrachtet, aus
- Sauberkeitsschicht
- Sohlplatte
- Gerinne
- Auftritt, 1 : 20 zum Gerinne geneigt
- Seitenwänden
- Anschlußstück
- Wände, Beton, Mauerwerk mit Außenputz
- Übergangsplatte
- Schachtring
- Schachthals (Konus)
- Auflagerring (Ausgleichsring)
- Steighilfe
- Schachtabdeckung
- Schmutzfänger
Schächte werden nach dem Verwendungszweck benannt
- Normalschächten:
für Reinigungs- und Inspektionszwecke, bei geringeren Richtungs- oder
Gefälleänderungen
- Vereinigungsschächten:
bei Zusammenführung mehrerer Rohrleitungen
- Umleitungschächten:
bei größeren Richtungsänderungen
- Absturzschächten:<br>
bei Überwindung größerer Höhenunschiede, wenn sonst die Gefälle in
den Haltungen zu groß würden (Abriebgefahr).
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